Sportzeitschrift schreibt: "Mr. Ballermann ballert kaum noch..."

Egal ob in seiner Geburtsstadt Schweinfurt im Willy-Sachs-Stadion oder in der Säbener Straße gegen den FC Bayern, nach langen Jahren auf vielen Fussballplätzen in ganz Bayern schnürt der Singende Cocktail-Mixer nur noch selten die Fussballschuhe! Wie es dazu gekommen ist, kann man ab Ende Oktober in der ersten Ausgabe des neuen unterfränkischen Sport-Magazins "Sports" lesen oder jetzt schon auf "Swex.de - der Onlinezeitung für Schweinfurt".

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"Mr. Ballermann ballert kaum noch - Warum der TSV Röthlein auf einen seiner Akteure verzichten muss

Röthlein/Lkr. Schweinfurt (23.10.2010) - Das ist also Mr. Ballermann? Der Mann, der der neue Partyhit-König werden will und dafür Kreisligafußball sausen läßt? Wer mit solchen Vorgaben Axel Stenzenberger zum ersten Mal begegnet, wird überrascht sein. Er mag ein "naturbegabter Partymacher" und "weltoffener Spaßvogel" sein, wie es in der Biographie auf seiner Homepage heißt, aber er ist ganz sicher vieles mehr als das. Und Mr. Ballermann auch noch nicht.

                                                                                                                (Foto Matthias Veit - www.swii.de)

Der angehende Gymnasiallehrer für Mathe und Physik kennt kaum Berührungsängste, deshalb kann er sich für vieles und vielleicht auch sehr schnell begeistern. Und eben wegen seiner vielseitigen Interessiertheit ist es möglich, mit ihm genauso über die Partyhit-Szene zu plaudern wie über Sport, Politik, lokale Kultur, Schulproblematik, iPods oder die CERN-Experimente in Genf. Nicht unbedingt so, wie man sich einen typischen Hauruck-Proll-Sänger so vorstellen mag. Oder einen typischen Fußballer.

Zwischen Röthlein, Würzburg und überall

Nominell steht Axel im Kader des TSV Röthlein, der nach dem Absturz aus der BOL und einem kurzen Zwischen-Intermezzo in der Bezirksliga nun wieder die Kreisliga 1 beherrscht. Aufgestellt wird er momentan in der 1. Mannschaft nicht, weil er kaum mittrainiert, denn auf der Würzburger Uni standen Examensarbeiten an. Zeit ist überhaupt das Problem für den Mittelfeldspieler: "Ich bin im letzten Jahr fast 4000 Kilometer für den TSV gefahren. Das geht schon auf die Substanz". Dabei würde er den Fußball ungern missen. Immerhin spielt er seit der Kindheit in Vereinen, zuerst im Heimatort Niederwerrn, dann in der Jugend und der Zweiten des FC Schweinfurt 05, schließlich kam das Angebot aus Röthlein: "Es gab damals viele Möglichkeiten, aber Klaus Keller hat es mit seiner bekannten Überzeugungskraft geschafft, mich zum TSV zu locken".

Mit Röthlein machte Stenzenberger in den letzten 3 Jahren Aufstieg, Abstieg und verpassten Wiederaufstieg mit. Als Stürmer geholt, versuchte Trainer Keller, ihn zunächst als Spielmacher einzusetzen: "Da war ich wahrscheinlich  noch zu jung, um dem Druck standzuhalten". Auf der Position vor der Abwehr, von hinten das Spiel aufzuräumen und dann aufzubauen und schnell zu machen, klappte es besser. Und hätte auch weiterhin gut funktionieren können, wenn nicht das Studium gewesen und die Musik nicht dazu gekommen wäre. Und Theater spielen. Und nebenbei das Nachtleben als kreativer Cocktailmixer: "Ich kann´s einfach nicht mehr unter einen Hut bringen". Abstriche mussten gemacht werden, und dass es im Augenblick den Sport getroffen hat, tut dem 23-jährigen durchaus leid: "Fußball kann man nicht aufgeben, Fußball ist eine Lebensphilosophie und eine Herzenssache. Der Klaus darf  mich anrufen zu jeder Tages- und Nachtzeit, wenn er Leute braucht".

Der Traum vom großen Sommerhit

Aber das andere Dasein vor und mitten im Publikum, das als "durchgeknallter Typ" - wie er sich selbst charakterisiert -, muss dann doch eher auf der Bühne ausgelebt werden als auf dem Sportplatz. Mit David Hasselhoff-Imitationen war er schon aufgefallen, bevor er hinter der Theke als singender Cocktailmixer bekannt wurde und als Teil des Duos „Lucky Fellas“ seinen ersten Sommersong-Hit „Butt Dance“ unter das Party-Volk brachte. Sein aktueller selbstgeschriebener Song "Summ Summ Summ" soll auch längst nicht der letzte bleiben. Für einen reinen Ballermann-Hit hält Stenzenberger sein Werk nicht unbedingt, er wollte mit dem mehr in Richtung Schlager gehenden Titel - und in einer eben solchen Fassung gibt es das auch - versuchen, eher eine breitere Masse anzusprechen. Deshalb will er sich auch nicht auf das Publikum "Malle" reduzieren lassen, dessen Stilrichtung eine in den letzten Jahren zunehmende obszöne Tendenz einschlägt. Das ist nicht Axels Ding, der von sich sagt: "Ich will Freude verbreiten, den Leuten den Spaß am Leben wieder nahebringen".

Aber Mr. Ballermann? Dieser angebliche Spitzname für ihn ist längst nicht so verbreitet, wie man dachte, obwohl er in der Doppelbedeutung mit dem Fußball zusammen nahe läge. Vielleicht irgendwann mal. Oder auch nicht. Denn mit seinem originalen Namen (der auch etwas alpenländisch anklingendes hat) ist "Stenzi" ganz gut bedient, weshalb er auch auf ein Künstler-Alias verzichtet hat. Auf dem Fußballplatz würde das sowieso nichts gelten."

(Erich Valtin - Quelle: www.swex.de)

 


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